Schlafapnoesyndrom

Das Schlafapnoe-Syndrom (SAS) ist ein Beschwerdebild, das durch Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafs verursacht wird. Es ist in erster Linie gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang (Sekundenschlaf) sowie einer Reihe weiterer Symptome und Folgeerkrankungen. Die etymologisch korrekte Aussprache ist dreisilbig "Apno-e" (griechischer Wortstamm), im deutschen Sprachraum wird aber häufig auch, sprachlich eigentlich nicht korrekt "Apnö" gesprochen.

Die Atemstillstände führen zu wiederholten Aufweckreaktionen (als automatische Alarmreaktion des Körpers, "Arousal"),und in schweren Fällen zu einer verringerten Sauerstoffversorgung. Die meisten Aufweckreaktionen führen aber nicht zum Aufwachen, sondern lediglich zu erhöhten Körperfunktionen, beispielsweise zu beschleunigtem Puls. Deswegen werden sie von den Betroffenen meist nicht wahrgenommen. Die Folge der Aufweckreaktionen ist ein nicht erholsamer Schlaf, was meistens zu der typischen, ausgeprägten Tagesmüdigkeit führt. Das Schlafapnoe-Syndrom zählt zu den Dyssomnien und somit zu den medizinisch bedeutsamen Schlafstörungen.

Symptome

Die Angehörigen von OSAS-Patienten berichten meist über lautes Schnarchen, unterbrochen durch Atempausen, die mit einem heftigen, seufzenden Atemzug oder einem Schnarchlaut beendet werden. Längst nicht jeder Schnarcher aber leidet an OSAS und nicht jeder OSAS-Patient fällt tatsächlich durch Schnarchen auf

.

Weitere Symptome des obstruktiven
Schlafapnoe-Syndroms sind:

Diagnose

Die Diagnose ergibt aus der Vorgeschichte, den Angaben zur Schlafhygiene, der HNO-fachärztlichen Spiegeluntersuchung, der Auswertung von Fragebögen und einer ambulanten nächtlichen Untersuchung der relevanten Körperfunktionen mit einem speziellen Überwachungsgerät (cardiorespiratorische Polygraphie) während des Schlafes zu Hause beim Patienten. Dazu gehört die Aufzeichnung von Atemströmung (nasaler Flow), der Atemgeräusche, der Sauerstoffsättigung im Blut mittels Pulsoxymeter, der Herzfrequenz, der Atembewegung des Brustkorbes und des Bauches sowie der Körperlage.

Eine Schlafapnoe ist anzunehmen, wenn neben der klinischen Symptomatik (Schnarchen, Atemaussetzer und fehlende Erholsamkeit des Nachtschlafes) in der Polygraphie bei einer Aufzeichnungszeit von mindestens sechs Stunden im Durchschnitt pro Stunde mindestens zehn Apnoe-/Hypopnoe-Phasen über 10 Sekunden Dauer (pathologischer Apnoe-/Hypopnoe-Index AHI: >10) mit dem charakteristischen episodischen Abfall der Sauerstoffsättigung des Blutes nachgewiesen werden.

Konservative und operative Therapiemöglichkeiten

Bei leichtgradigeren Formen der Schlafapnoe und bei Schnarchen ohne Atmungsstörung führen wir zunächst eine Schlafendoskopie durch, um die individuell optimale Behandlung zu finden: Nach Gabe eines Medikamentes wird eine Art künstlichen Schlafes ausgelöst, während dessen sich die Atmung gegenüber dem natürlichen Schlaf nicht unterscheidet, es im Falle von schlafbezogenen Atmungsstörungen also auch zu den entsprechenden Phänomenen kommt. Jedoch läßt dieser Kunstschalf zu, daß während dieses Schlafes ein flexibles Endoskop in die Atemwege eingeführt wird, so daß im Rahmen der inneren Schau der Atemwege während des Auftretens dieser Störungen Ort und Grund für die Störung – Atemaussetzer oder Schnarchen bestimmt werden und die geeigneten Maßnahmen zur Abhilfe festgelegt werden können.

Gewichtsreduktion, Verzicht auf Alkohol und Nikotin sind sinnvolle Basismaßnahmen. Auch eine Stärkung der Muskulatur des Mundes und des Halses bewirken eine Verbesserung; es gibt positive Berichte über den Effekt von regelmäßigem Musizieren mit Blasinstrumenten.

Die Behandlung kann in operativen Eingriff, dem Anpassen einer Protrusions-Zahnschiene ("Schnarchschiene") oder der Beatmungstherapie bestehen

.

Im Rahmen der chirurgischen Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe wird eine Straffung des Weichteilgewebes erreicht. Diese Technik wird an den Nasenmuscheln, am Weichgaumen, an den Mandeln und am Zungengrund angewandt.

Diese operativen Korrekturen werden von uns durchgeführt.

Eine Protrusionschiene ("Schnarchschiene", "Zahnschiene") sollte nur angepaßt werden, wenn die Schlafendoskopie die Wirksamkeit dieser Behandlung vorhersagen läßt. Die notwendige Einstellung der Schiene wir von uns auch im Rahmen der schlafendoksopischen Untersuchung ermittelt. Oft kann aufgrund des erhobenen Befundes auch eine Kostenübernahme für die Schiene von der gesetzlichen Krankenversicherung erwirkt werden.

Bei schwerergradigen Formen der Schlafapnoe ist eine Therapie mit einem atmungsunterstützenden Gerät (CPAP-Gerät, BiPAP-Gerät, "Schlafmaske") stets Behandlung der Wahl. Dabei wird nachts eine von Gurten gehaltene Maske auf der Nase oder über Mund und Nase getragen, über die ständig der Luftdruck in den Atemwegen über dem Raumluftdruck gehalten wird, um das Zusammenfalten des Atemweges, das die Apnoe auslöst, zu verhindern. Diese Anpassung findet in einem Schlaflabor ab. Oft ist es aber sinnvoll, vor der Einleitung einer solchen Behandlung zunächst für eine normale Nasenatmung zu sorgen; dadurch ist oft eine Versorgung mit einer Maske über Nase und Mund ("Fullface-Maske") vermeidbar und eine Nasenmaske ausreichend; auch kann der Atemweg danach oft mit deutlich niedrigerem Druck aufgehalten werden, was die Behandlung deutlich weniger unangenehm macht.

Auch bei nicht eindeutigen Befunden sollte der Patient im Schlaflabor untersucht werden. Dort wird mit einer Polysomnographie die Notwendigkeit einer Behandlung weiter abgeklärt, bzw. eine Behandlung eingeleitet und hinsichtlich der Effektivität kontrolliert. Bei der Polysomnographie werden zusätzlich zu den Parametern der Polygraphie ein Elektroenzephalogramm (EEG), eine Elektrookulographie (EOG), eine Elektromyographie (EMG) im Bereich der Kinn- und Beinmuskulatur, ein EKG aufgezeichnet und der Blutdruckverlauf, in einigen Fällen auch intrathorakale Druckschwankungen fortlaufend registriert. Während der nächtlichen Untersuchung wird das Schlafverhalten mit einer Videoaufzeichnung dokumentiert. In der Polysomnographie zeigt sich der Einfluss der verminderten Sauerstoffversorgung, die sich im EEG als sog. "Schlaffragmentierung" manifestiert. Bedingt durch den Sauerstoffmangel, der sich infolge der Atempausen wiederholt, kommt es zu ständigen Weckreaktionen ("Arousals"), so dass durch die Fraktionierung des Schlafes (im Vergleich zur normalen "Schlafarchitektur") eine pathologische Reduktion der Tiefschlaf- und Traumschlafphasen resultiert.

nach oben